Shirsasana & „Entspanne dich in deine Kleshas“

„Wir müssen unseren verstrickten Emotionen nicht auf den Leim gehen und sie gewohnheitsmässig ausleben oder unterdrücken. Stattdessen bemerken wir, wenn wir fest werden und lassen los.“

Shirsha heisst „Kopf“ und Asana „Sitz“ oder „Haltung“. Wenn wir Shirshasana, den Kopfstand, ausüben, mögen wir bei uns eine der zwei folgenden Reaktionen bemerken: Entweder lehnen wir das Asana ab, bevor wir überhaupt damit begonnen haben es auszuüben. Oder wir wollen schnellstmöglich in die Position gelangen und überspringen die vorbereitenden Schritte.

Beide Reaktionen – Ablehnung und Verlangen – sind gewohnheitmässige Reaktionen, die der Yoga zu den Kleshas zählt. Kleshas sind „schmerzhafte Emotionen“, sie geben uns das Gefühl, als wäre unser Geist außer Kontrolle, als würden wir am Haken einer starken Emotion zappeln. Traditionell treten Kleshas hauptsächlich auf fünf Arten in Erscheinung:
Unwissenheit oder Vorurteil, Leidenschaft oder Anhaftung, Ablehnung oder Aversion, Stolz oder Identifizierung und Furcht oder starke Unsicherheit.
Wir alle haben schon Erfahrungen mit diesen Gefühlen gemacht und kennen die schmerzhafte Empfindung an ihnen festzuhaften; sie können uns förmlich lähmen.

Der erste Schritt mit den Kleshas umzugehen, ist sie wahrzunehmen wann immer sie auftauchen. Wir trainieren, unsere Gedanken nicht in „schlecht“ oder „gut“ einzuteilen, sondern auf mitfühlende Art und Weise anzuerkennen was ist. Mit Ehrlichkeit und Sanftheit erkennen wir an was geschieht. Auch wenn uns dies nicht immer gelingen mag, werden wir mit der Zeit entdecken, dass wir anders agieren können als wir es gewöhnlich tun. Wenn wir unsere Kleshas nicht als schlecht bewerten und ihre Substanzlosigkeit sehen, können wir uns in sie hineinentspannen und sie verlieren ihre zerstörerische Kraft. Wir entdecken, dass sie voller Wachheit und Weisheit stecken.

Viel Glück!